Museum Forum Arenacum

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Wasserburg
Rindern

Letzte Änderung: 22.07.2013

Informationen

Ein Marktplatz in Rindern

Genauso wenig wie heute, hat es auch im römischen Rindern einen Marktplatz gegeben. Einen solchen Marktplatz, lateinisch forum, möchte der Heimatverein ARENACUM mit dem Museum FORUM ARENACUM schaffen.

Markt - das heißt Handeln, Kaufen, aber vor allem auch Begegnung, Gespräch und Austausch von Neuigkeiten. Schon in römischer Zeit war das Forum nicht nur Gerichtsstandort, sondern auch ein Ort, an dem man sich über die wichtigsten politischen Ereignisse austauschen konnte; an dem man Freunde und Geschäftspartner traf, Neuigkeiten aus Politik und Gesellschaft erfuhr - also der Mittelpunkt eines Dorfes, einer Stadt.

Als solchen Mittelpunkt möchte sich auch das jetzt eröffnete Heimatmuseum FORUM ARENACUM verstehen.

Zunächst soll hier, in der Mitte des Dorfes, eine Auswahl von Funden aus Rindern und seiner Umgebung präsentiert werden. Die hier gezeigten „Neuigkeiten“ sind also Alte, eigentlich Bekannte, aber längst Vergessene. So werden die Bronzefunde aus Düffelward zum ersten Mal seit über 50 Jahren wieder, und Dank der großzügigen Unterstützung des Museums Kurhaus in Kleve, auch in frisch restauriertem Zustand der Öffentlichkeit präsentiert.

Auch 7 Hypokaustziegel, die vom Friedhof an St. Willibrord stammen, werden hier erstmals - im annähernd original rekonstruiertem Zusammenhang - gezeigt. Viele Besucher aus Rindern werden sich vielleicht daran erinnern, dass ja ihre Kirche auf römischen Fundamenten gründet.

Die Räumlichkeiten der ehemaligen Lehrerwohnung gestatten zunächst nur eine bloße Präsentation von Fundstücken. Um daraus ein Forum zu machen, bedarf es natürlich weit mehr. So ist dann auch geplant, die angegliederte Grundschule einzubinden in ein Gesamtkonzept, das vor allem den jüngsten Rinderner „Bürgern“ die Geschichte ihres Ortes näherbringt.

Durch den vorgesehenen Ausbau des Dachgeschosses soll ein Versammlungs-, ein Vortragsraum geschaffen werden; jetzt schon ist im oberen Stockwerk das Archiv des Heimatvereines untergebracht, das auch der Öffentlichkeit zur Verfügung steht.

Die Gestaltung der Räumlichkeiten greift in Vielem den Originalzustand vom Ende des letzten Jahrhunderts wieder auf - so die Bemalung des Flures, die Freilegung des Fliesenbodens, die Holzböden aus Reichswalder Eiche. So wundert es dann auch nicht, dass das Museum inzwischen als „Gute Stube Rinderns“ bezeichnet wird - und wie in jeder guten Stube ist Besuch immer willkommen!

Arenacum = Rindern

Schon vor über 140 Jahren vermuteten Heimatforscher, dass Rindern mit dem erstmalig bei Tacitus erwähnten Arenacum gleichzusetzen ist. Dieser hatte die Ereignisse des Bataveraufstandes in den Jahren 69/70 n.Chr. geschildert. Vor allem die Beschreibungen der Örtlichkeiten der Gefechte und taktischen Manöver sowie die der geographischen Gegebenheiten gaben Anlass zu der Gleichsetzung Arenacum/ Rindern.

In seinem Aufsatz „Arenacum - Ryndern oder Millingen?“ hatte J. Schneider bereits 1857 u.a. aufgrund der geographischen Gegebenheiten, aber auch wegen des nicht unerheblichen Fundmaterials, die Frage zugunsten Rinderns entschieden. Die Menge der auch heute noch bei Erdeingriffen zutage tretenden Keramikfragmente belegt, dass vor allem der Bereich um die Kirche St. Willibrord mindestens seit dem ausgehenden 1. nachchristlichen Jahrhundert besiedelt gewesen war.

Erste ausführliche Erklärungsversuche zum Namen Arenacum nahm Schneider 1855 vor und griff in der Folge immer wieder die Frage nach der Lokalisierung der antiken Ortschaft auf. Die Beantwortung zugunsten Rinderns begründete er u.a. mit der Nähe zur römischen Militärstraße und zu Xanten sowie zur batavischen (Waal-)Insel, von der Civilis während des Bataveraufstandes seinen Angriff auf die 10. Legion startete. Die Menge an römischem Fundmaterial und letztendlich die Übereinstimmung mit den Entfernungsangaben in den Itinerarien hielt er für ausschlaggebend. Er schlussfolgerte daraus: „Der einzige Ort, welcher erwiesenermaßen diesen Forderungen insgesamt vollkommen genügt, ist - Ryndern“.

Inzwischen wird die von Schneider geforderte Gleichsetzung Arenacum/Rindern heute nicht mehr angezweifelt.

Funde aus Rindern

G. Mestwerth verfasste 1877 als erster ein Verzeichnis der vor allem durch den Klever Altertumsverein gesammelten antiken Funde. Ein Jahr später erschienen die „Epigraphischen Mittheilungen aus Cleve - Die Inschriften des Clever Alterthumscabinets“ von Albert Fulda. Diese Sammlung der vorwiegend im Gebiet des heutigen Kreises Kleve gefundenen Antiken wurde 1865 im Klever Rathaus installiert und bildeten später den Grundstock der römischen Abteilung des Rheinischen Landesmuseums in Bonn. Im dortigen Ur-Inventar entstammen über 30% der ersten 100 Funde aus dem Klever Raum.

Einer dieser Funde, der Mahlstein mit der Inschrift Fines Vici (Dorfgrenze), ist als vorübergehende Leihgabe des Rheinischen Landesmuseums in Bonn hier ausgestellt und befindet sich somit seit fast 150 Jahren zum ersten Mal wieder in Rindern.

Weitere Ausstellungsstücke aus Rindern sind die u.a. Schiffsfunde aus dem Spyck, die 1964 den Beleg erbrachten, dass Arenacum in römischer Zeit auch an dem Wasserweg Rhein angeschlossen war.

Den größten Teil der in diesem Museum ausgestellten Funde bilden die Leihgaben aus dem Museum Kurhaus in Kleve. Sie stammen alle aus Kleve, vornehmlich aus der Umgebung von Rindern.

Viele dieser Fundstücke wurden zufällig entdeckt, oftmals ist ihre genaue Herkunft und der Fundzeitpunkt nicht bekannt. Einige sind noch vom Finder geklebt, vieles blieb fragmentarisch.

Alle diese Scherben zeigen jedoch, dass die Geschichte der Besiedlung des Rinderner Raumes bis weit in die Frühgeschichte zurückreicht.

Von Heike Baumewerd-Schmidt

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Rindern hat ein eigenes Museum!

Auf über 120 m² zeigen wir Ihnen keltische, römische und fränkische Funde aus Rindern und seiner Umgebung. Darunter die Bronzefunde aus Düffelward, keltische Münzen des 1. vorchristlichen Jahrhunderts, Geldstücke der römischen Kaiserzeit, feine Terra Sigillata, römisches Gebrauchsgeschirr, Schiffsfunde aus dem Spyck sowie fränkische Grabfunde und Vieles mehr!
 

Öffnungszeiten:
sonntags 14.00 - 17.00 Uhr
und nach Vereinbarung

Kleve-Rindern, Hohe Str. 116
Im Dorfzentrum, an der Johanna-Sebus-Grundschule
Telefon: 02821/3370 oder 02821/18315

Email:
info(a)forum-arenacum.de

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